Wie ein ISO K° FOTOGRAF arbeitet

Zugegeben mit einem Handbelichtungsmesser ist heutzutage kein Fotograf mehr auf dem Set. Allerdings ist der Umgang mit diesen Dingern noch immer Standard bei jeder Abschluss- oder Zwischenprüfung für Fotografenlehrlinge im Handwerk. Die digitale Fotografie hat in der Ausbildung zwar schon Einzug gehalten, aber im Lehrplan hinkt sie gewaltig hinterher. 

 

Für gute Hochzeitsfotos sollte ein Fotograf neben seiner oder ihrer Kamera folgendes Equipment dabei haben: Objektive, die einen Brennweitenbereich von 24mm bis 200mm abdecken. Für schöne Weitwinkel aufnahmen kann man auch schon mal bis 17mm runter gehen. Aber Achtung: bei Kameras mit Vollformatsensor können Weitwinkelaufnahmen, die unter 17mm aufgenommen werden schnell zu Verzerrungen führen. 

 

Mit einem Teleobjektiv und einer offenen Blende, lassen sich wunderschöne Bilder mit einem zarten stimmungsvollen Bokeh fotografieren. Für alle die sich jetzt fragen, was 'Bokeh' ist. Hierbei handelt es sich um den Unschärfeverlauf in einem Bild, der nur mit optischen Mitteln erzielt werden kann. Der Porträtmodus bei Kameras eines Smartphones schaffen allerdings auch schon eine ziemlich angenehme Täuschung, auch wenn die Unschärfe hier digital in das Bild hineingerechnet wird. 

 

Ich persönlich habe mir allerdings angewöhnt nur noch mit einem Objektiv zu arbeiten. So bleibe ich flexibel und habe nicht so viel zu schleppen, noch muss ich nicht ständig die Objektive wechseln. In der Hitze des Gefechts kann es durchaus schon mal passieren, dass ein Objektiv dabei zu Schaden kommt, oder Vermutzungen in das Kameragehäuse gelangen. Und das ist Schade. 

 

Für die Porträtaufnahmen und später für den Sektempfang und die Party am abend ist es sinnvoll noch etwas Licht im Gepäck zu haben. Ich arbeite gerne mit 2 Systemblitzen auf Stativ, die per Funk ausgelöst werden können, habe immer einen Reflektor dabei uns einen weißen Schirm. Den Schirm benötige ich weniger zum Fotografieren, als zum Schutz vor zu viel Sonne oder Regen. Den ganzen Kram lasse ich aber für gewöhnlich im Auto und verwende immer nur das, was ich gerade brauche. Ich schleppe nicht gerne. Leider begleitet mich auch nicht auf jeder Hochzeit ein Praktikant oder Praktikantin, dem oder der ich diese verantwortungsvolle Aufgabe übertragen könnte. 

Meine Arbeitsweise ist speziell. Ich bin mittlerweile faul geworden. Ich schleppe nicht gerne und ich liebe es die Dinge zu vereinfachen. Außerdem habe ich immer ein Fläschen Riechsalz und Taschentücher in der Tasche. 


Meiner Kamera habe ich irgendwann den Batteriegriff abgeschraubt. Der ist einfach nur schwer. Sieht zwar wichtig aus und macht gehörig Eindruck, braucht aber kein Mensch. Akkus und Speicherkarten bekommt man auch in der Handtasche unter. Ich benutze meistens nur ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 24mm bis 125mm. Drüber oder drunter zu gehen macht zwar auch hübsche Bilder, aber ich komme vollumfänglich mit diesem einen Objektiv aus. Apropos Handtasche, als Hochzeitsfotografin ist man nicht nur für die Fotos verantwortlich man steckt auch ganz schnell im organisatorischen Ablauf, weil mein wirklich von der Erfahrung profitieren kann. Jeder Fotograf, der sich dieser Beratung und Expertise entzieht ist ein Vollidiot. Außerdem ist es ganz fantastisch wenn man zuschauen kann, wie etwas besonders gut gelingt, oder halt eben auch mal nicht. Wenn man dann auf einen Rettungsplan oder einen Plan B zurückgreifen kann gibt es Punkte für die Kür. 


Ich habe daher immer ein Nähset, einen frischen Lipgloss, Deo, Tampons und etwas Traubenzucker dabei. Damit ist die Equipmentliste vollständig.