Vom "Getting Ready"

Ich könnt' Geschichten erzählen - und ich glaube das tue ich auch. Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Ein Getting Ready-Erlebnis und wie ich zur besten Freundin des Paares wurde. 

"Sei um 8:00h morgens einfach bei der Braut." So lautete die letzte Anweisung für den großen Tag. Selbst bin ich noch viel früher aufgestanden und habe erstmal die Sonne in meine Räume gelassen. Ich bin bereits für den großen Tag dezent in Schwarz geschniegelt und stehe in der Küche und trinke schwarzen Kaffee. Ich nehme mich selbst in die Pflicht und trage stilsichere Kleidung, die dem Anlass angemessen, aber bequem ist. Jeans oder Turnschuhe fallen da komplett raus. Eher Businesslook, aber nicht zu förmlich, ist ja auch keine Beerdigung - understatement mit 30% Elastan - ich muss mich schließlich bewegen können. 


Es ist der 26. Mai 2016. Ach ist das herrlich. Die Sonne steht schon über dem Horizont und schickt wärmende Strahlen zur Erde. Es wird ein schöner Tag werden. Wie ich immer so schön sage, das gute Wetter wird bei uns stets mit gebucht. Für heute hat es geklappt. Es wird nicht nur ein schöner Tag, denn für mein Brautpaar du jour wird es der schönste Tag. 


Ich bin also pünktlich morgens früh um 8:00 h morgens pünktlich bei Braut und Bräutigam. Die Klingel schrillt und nach gefühlt sehr langer Zeit geht der Summer. Ich schwinge mich durch das Treppenhaus in den zweiten Stock. Die Wohnungstür wird einen Spalt geöffnet und ein ziemlich verpennter Bräutigam blinzelt mir entgegen. "Na du", sage ich fröhlich, "bin ich zu früh, oder ihr zu spät?" Er öffnet die Tür und lässt mich rein. "Das bekommen wir gleich raus!" sagt er feststellend. "Schatz! Ariane, die Fotografin ist hier." ruft er durch den Flur." "Was? Jetzt schon?" kommt es überrascht aus einem der hinteren Zimmer. "Setz dich in die Küche, ich mach erstmal Kaffee." sagt der Bräutigam. "Ich habe eine bessere Idee. Ich lasse euch lieber doch noch eine Stunde in Ruhe und komme gleich wieder. Ich bin wohl einfach eine Stunde zu früh dran." "Quatsch, du bleibst jetzt hier." sagt er wach und forsch. Ich muss lachen. "Sammelt ihr Euch mal, ich hole wengistens fix Brötchen vom Bäcker an der Ecke unten." sage ich schmunzelnd. 


Das erste Foto, dass ich gemacht habe ist das vom gemeinsamen Frühstück bei frischem Kaffee und duftenden Brötchen, bevor der Bräutigam sich aus dem Staub und die Braut und ich uns auf den Weg zum Friseur machen. Diese Annekdote begleitet uns noch lange und wir sind bis heute beste Freunde geblieben.